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Heimkommen nach Indien

Aktualisiert: 16. Jan.


Ein weiteres Mal in diesem Leben dürfen meine Füsse den heiligen Boden Indien's betreten. Wieder empfinde ich dieses vertraute Gefühl des nach Hause Kommens.

Ich finde es wirklich bemerkenswert und auch ein wenig verwunderlich, wie sich mein Nervensystem deutlich entspannt und meine Körperwahrnehmung sich regelrecht erweitert sobald ich hier bin - so als ob ich loslassen und weit werden und in meine Umgebung hineinschmelzen würde. Kennst Du dieses Gefühl?


Die Reise begann ganz anders als geplant. Eigentlich sollte ich die ersten 3 Wochen in Kerala in einer Ayurvedischen Klinik ein Praktikum absolvieren. Doch da sich im letzten Moment herausstellte, daß sich mein Ayurveda-Institut und die Klinik nicht über den Unterrichtsplan einig geworden waren und die Anrechnung für mein Studium daher nicht stattfinden konnte, machte es für mich Sinn meine Pläne zu ändern.


Ich hatte keinerlei Intention gehabt nach Auroville in Tamil Nadu zurückzukehren, wo ich insgesamt ca. ein Jahr verbracht hatte. Nicht, daß mich mein Herz nicht hingezogen hätte, schließlich hab ich dort ganz wunderbare Zeiten verlebt und es gibt viele liebe Menschen, die ich gerne wiedergesehen hätte, aber Auroville gehört zu den höherpreisigen Destinationen in Indien und ohne bestimmte Aufgabe hatte ich keinen Anlaß der eine Reise rechtfertigte.


Doch nun hatte ich 3 unverplante Wochen vor mir und erfuhr, daß einige meiner Tanz-Kolleginnen, die so wie ich indischen klassischen Tanz studieren, zu einem Odissi Tanz Retreat mit meiner damaligen Lehrerin Rekha Tandon in Auroville sein würden.



Oh, wie ich die Freude fühlen konnte, die mein Herz erfüllte! Innerhalb eines Tages organisierte ich meine Reise nach Auroville. Und hier bin ich nun seit 2 Tagen.


Wiedersehensfreude ist wirklich eines der schönsten Dinge....

Ich kam um 2 in der Früh in Auroville an und als ich aus dem Taxi stieg hörte ich auch schon den lauten und eigenwilligen Vogelruf, den ich nur von hier kenne....


Als ich mir am ersten Tag ein Moped organisierte bekam ich eine innige und überschwengliche Umarmung von der Besitzerin des Verleihs. Und überall wo ich hinkam erkannten mich die Leute wieder und ich blieb zu ausgedehnten, persönlichen Gesprächen sitzen...


Ich konnte nicht umhin auch gleich zu einem meiner liebsten Plätze zu fahren, einem kleinen Kali Tempel, der versteckt im Wald liegt, und der einen ganz besonderen Frieden und eine für mich außerordentlich tröstende Stille ausstrahlt.


Nach Indien, und speziell nach Tamil Nadu zurückzukommen fühlt sich ein bißchen so an, als wäre ich ein ein verlorengegangenes Kind, daß an die Mutterbrust zurückkehrt.

Nicht, daß ich Devi/ Ma vergessen hätte... doch wieviel schwieriger ist es sich Ihrer bewußt zu bleiben und Sie zu spüren, wenn in der Außenwelt nichts auf Ihre Existenz erinnert oder hindeutet.


Ja, Shakti IST alles was uns umgibt, es gibt keinen Ort an dem sie nicht ist. Sie ist uns näher als unser Atem, sie durchdringt jedes Atom des Universums. Doch um dies wirklich sehen und erleben zu können, müssen wir das Bewußtsein über Ihre ständige Gegenwart im Inneren kultivieren und pflegen. Doch wie leicht ist es unser Inneres mit ÄUSSEREN Einflüssen überschwemmen zu lassen, anstatt aus unserer inneren Verbundenheit mit dem Göttlichen heraus das Licht nach Außen zu tragen, egal unter welchen Umständen...


Hier in Tamil Nadu ist die Wiege von Sri Vidya, der uralten Weisheitslehre der Göttin und machtvoller Weg des Erwachens. Tamil Nadu ist ein Zentrum der Verehrung von Devi in der Form von Tripura Sundari - „der Schönsten der 3 Welten“, Lalita - „die die in der Welt spielt“, Rajarajeshvari - „Die Königin der Königinnen“, Sri – der Inbegriff von Süße, Glück und Segen....


Hier befindet sich der Kamakshi Tempel, der an die 1600 Jahre alt ist, und in dem “Adiparashakti“ in Form des Sri Yantra verehrt wird. Adi - „die Erste/Ursprüngliche“, Para – „die Höchste/Transzendente“, Shakti - „Schöpferkraft“, also die ursprüngliche, reine kreative Kraft des Universums.


2 mal war ich in der Vergangenheit damit gesegnet diesen Tempel betreten zu dürfen und den Darshan (das Sehen und Gesehenwerden) der Göttin zu erleben; Und das, obwohl der Zutritt für nicht-gebührtige „Hindus“ eigentlich nicht gestattet wird. Aus der Arbeit der Tempelforscherin Sinu Josef habe ich gelernt, daß der Besuch alter Tempel eine ganz bestimmte Auswirkung auf unser Energiesystem und unser Bewußtsein hat und uns neu konfigurieren kann. Vielleicht spüre ich deshalb so eine Verbundenheit.


Hier in Tamil Nadu ist es auch, wo ich den zweiten Teil meiner Einweihung in Sri Vidya erlebt habe, und wenn ich hier vor meinem silbernen Sri Yantra, vor meinem Altar sitze, dann scheint die Proximität zur ursprünglichen Quelle und energetische Resonanz damit die Erfahrung für mich unglaublich zu verstärken.


Aber nicht nur das, die ganze Natur ist Ausdruck dieser überfließenden, großzügigen, üppigen, lieblichen, göttlich weiblichen Kraft.... unzählige Vogelstimmen, machtvolle Banyan-Bäume, duftende Blüten, die Feuchtigkeit in der Luft, die kulturelle Praxis Schönheit und Ästhetik zu pflegen, Türschwellen mit Öllichtern und Blumen zu schmücken, bunte Kolams (geometrische Muster) vor den Eingängen zu zeichnen...


Wie gesegnet ich mich fühle wieder und wieder in diesem Leben zur Quelle zurückkehren zu dürfen. Ich sehne mich nach dem Tag an dem all das sich voll und ganz verinnerlicht hat, und unauslöschlich in meinem Herzen lebendig bleibt, egal wo ich mich befinde. Denn die 5 Sinne werden eines Tages Ihre Kraft verlieren und spätestens dann ist es Zeit unser Erleben aus dem Inneren zu nähren anstatt aus dem Äußeren.


Doch Ma Anandamayi hat gesagt, daß die Sehnsucht heilig und in sich das Mittel zur Erfüllung ist. Ist es nicht das Sehnen selbst, welches all diese Schönheit und Fülle des Lebens hervorbringt? Das Sehnen des Einen sich Selbst zu erfahren! Ist es nicht diese Kraft der Sehnsucht die Shakti dazu veranlaßt in der Welt zu Tanzen und sich in einer Myriade an Formen zu verkörpern?


Vielleicht ist es ein Segen, wenn das Sehnen selbst nie ein Ende nimmt und vielleicht ist genau diese Erkenntnis die Erfüllung! So möge ich für immer Bhakta sein! Liebende des ewigen Mysteriums....


Morgen beginnt mein Odissi Retreat mit den Tanz-Freudinnen und meiner Tanzlehrerin, die ich seit 4 Jahren nicht gesehen habe. So viel Freude!


Möge der Tanz ein Mittel sein durch das ich Shakti's Gegenwart in mir fühle und durch das Sie sich in der Welt ausdrückt...


Saundarya Yoga ist für mich das Kultivieren dieser Gegenwart im Inneren, der Gegenwart der Göttin, die Gegenwart der Süße, des Genährt-Seins, das Kultivieren des inneren Lichtes, der unvergänglichen Schönheit...


Um den Körper zu einem Tempel werden zu lassen in dem die Göttin wohnt ist es unglaublich wertvoll sich tägliche Lebensgewohnheiten anzueignen , die diese Erfahrung unterstützen.

Sei es durch ayurvedische Gesundheitspflege, tantrische meditative Praktiken und innere Arbeit mit dem Bewußtsein oder tägliche Yogapraxis....


Um Dich (falls Du Dich angesprochen fühlst) darin zu unterstützen Yoga-Asanas und Pranayama Teil Deiner TÄGLICHEN Routine zu machen, denn das ist es was unser Lebensgefühl wirklich positiv verändert, lade ich Dich ein am Samstag Morgen an einer Hatha Yoga Praxis online teilzunehmen, die etwas kürzer ist und die wichtigsten Übungen für jeden Tag enthält. Die Intention ist, daß Du sie so mit der Aufnahme die Du bekommst für Dich üben kannst und die tägliche Praxis leichter fällt.



P.S.: Wenn Dich mein Teilen inspiriert, freue ich mich immer über BLUMEN von Dir (unter "support"). Das unterstützt mich sehr darin weiter wirken zu können.


Jai Ma!



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